Splinter Cell Conviction
Durch eine Untersuchung zum Tod seiner Tochter erfährt der Ex-Agent Sam Fisher, dass sein ehemaliger Arbeitgeber, Third Echelon, ihn verraten hat. Als abtrünniger Agent beginnt für Fisher nun ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem er die üblen Pläne einer Terrororganisation vereiteln will, die Millionen von Menschen bedrohen. Nun liegt es an Euch, diesen Wettlauf aufzunehmen und die Welt vor dem Bösen zu retten...Wer hätte das damals gedacht, als Sam Fisher im Jahre 2002 das erste Mal auf der Xbox auf Schleichtour ging, dass es ihn nach rund 8 Jahren immer noch gibt. Sam Fisher meldet sich in seinem fünften Abenteuer Conviction wieder zurück.
Die Story schliesst an Double Agent an, nach dem Tod von Sam Fishers' Tochter und als er Third Echelon verlassen hatte. Nun hat er endlich neue Beweise gefunden, wer seine Tochter getöttet haben könnte und hat natürlich nur ein Ziel - Rache.
"Mark and Execute"
Eines vorweg, wem Chaos Theory zu schwer und zu simulationslastig war, der sollte vor Ubisofts neuem Titel nicht zurückschrecken. Denn Conviction entfernt sich vom Gameplay deutlich vom Vorgänger und setzt vielmehr auf Action.
Splinter Cell: Conviction bietet zahlreiche neue Features im Vergleich zu den Vorgängern. Während man immer noch aus der Third Person Perspektive durch zahlreiche Gegenden schleicht, so kann Sam Fisher nun das sog. "Mark and Execute" Feature einsetzen. Damit kann man bestimmte Objekte oder Personen markieren und auf diese schiessen, sobald sie beispielsweise durch eine Tür oder ein Fenster brechen. Damit kann man beispielsweise zuerst eine Wache ablenken und dann auf eine andere unbemerkt schiessen. Ebenfalls neu ist das "Last Known Position". Sobald einem die Wachen sehen oder man zu laut ist, schlagen diese bekanntlich Alarm. Neu nun erkennt man anhand einer wandernden Silhouette, wo die Wachen denken, man habe sich versteckt. Dadurch kann man sich geschickt verstecken und die aufgewühlten Wachen dann aus einem Hinterhalt angreifen. Die beiden Neuheiten sorgen dafür, dass das Spiel schneller und actionreicher wird. Es wird im Vergleich zu den Vorgängern mehr geschossen und auf Action gesetzt. Natürlich schleicht man sich oft durch die Levels, dennoch kommen Actionfans nicht zu kurz. Neben dem Ausnutzen von Schatten für unsichtbare und überraschende Momente kann man sich nun einfach per Knopfdruck hinter das nächstgelegende Objekt verschanzen, einfach gedrückt halten und loslassen, wenn man wieder nach vorne preschen möchte. Durch diese einfache Steuerung kann man die Feinde superschnell angreifen.
Wer somit bislang Berührungsängste vor Splinter Cell wegen zu hohem Schwierigkeitsgrad hatte, der sollte sich hier versuchen.
Ganz nebenbei kann man auch Gegner greifen und sie befragen. Das Gameplay ist schnell, abwechslungsreich und vielseitig. Man weiss nie was einem erwartet und hat immer unglaublich viele Möglichkeiten, wie man agieren oder reagieren möchte. Dadurch wird jedes Spielen wieder zu einem neuen Erlebnis. Zudem gibt es praktisch kaum Lade- und Wartezeiten. Ein dickes Lob an Ubisoft dafür.
Mehrspielervarianten
Leider ist die Einspieler-Kampagne nicht allzu lange. Man kann sich zwar im Realismus Modus das Leben etwas schwerer machten, Profis werden das Spiel aber dennoch einigermassen zügig durchspielen. Wer den Modus durchgespielt hat, der muss aber nicht in die Röhre gucken. Vielmehr kann man sich sodann in einer separaten Co-Op Kampagne und Versus Modi weiter mit einem Kumpel austoben. Natürlich muss man hier zwingend zusammenspielen, um weiterzukommen. Erzählt wird diesmal die Geschichte von Third Echelon Agent Archer und dem Russen Ketrel. Die beiden müssen sich zusammenschliessen, um das vorliegende Abenteuer zu überleben. Hier kommen natürlich besonders die neuen Features wie "Mark and Execute" zum Tragen, wo man Gegner gleichzeitig markiert und erschiesst. Das System erinnert an die Scharfschützensequenzen von Army of Two, doch sind sie hier im Gegensatz zu Army überlebenswichtig. Ansonsten muss man sich gegenseitig den Rücken freihalten, sich heilen und immer absprechen, was man als nächstes tun möchte, um zu überleben.
Optik und Sound
Optisch ist das Spiel einmal mehr eine Wucht. Wer über genügende Rechenpower verfügt, wird hier über ein sensationelles Game verfügen. Das Spiel ist zwar wiederum düster und dunkel, dank tollen Licht- und Schatteneffekten erkennt man aber das Detailreichtum an. Auch die einzelnen Gegner, Gesichter etc. sind unglaublich liebevoll animiert worden. Auch in Punkto Realismus kann sich das Spiel sehen lassen, wer einem Gegner ins Bein schiesst, der wird ihn kurz darauf am Boden kriechend sehen. In akustischer Hinsicht gibt es bei der Serie schon seit jeher kaum etwas auszusetzen. Coole Sprachausgabe zusammen mit einer soliden Musik sorgen für Stimmung.
FazitSplinter Cell Conviction ist eine wirklich sensationell gute Fortsetzung mit Sam Fisher. Das Spiel ist schnell, actionreich und doch kommt das Hauptelement - schleichen und hinterhältig angreifen - nicht zu kurz. Schade nur, dass der Solomodus etwas kurz ist. Immerhin gibt es sodann einen extrem spassigen Mehrspielermodus. Zusammen im Teamwork macht es gleich doppelt soviel Spass. Wer deshalb nur ein reines Sologame sucht, dürfte fast etwas enttäuscht sein, denn der Mehrspielermodus nimmt mindestens eine genauso wichtige Rolle ein. Kurzum - Sam Fisher ist einmal mehr in Topform - und Fans von Actiontiteln sollten sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen.Lesermeinungen