
Dieser Egoshooter spielt in einer düsteren Zukunft, in der Krieg niemals das ist, was er zu sein scheint. Schliesst euch den Mantel Truppen an und bekämpfe die gnadenlose Guerillagruppe "The Promise Hand". Mit der fortschrittlichsten Ausrüstung, den schnellsten Fahrzeugen, den tödlichsten Waffen und Nectar - Mantels leistungsfördernde Substanz für den Kriegseinsatz.Spätestens seit der TimeSplitters Serie dürfte das Entwicklerteam von Free Radical Design aus Nottingham bestens unter den Ego Shootern bekannt sein. Die Serie vermochte zu überzeugen und durch coole Action zu gefallen. Mit ihrem neuesten exklusiven PlayStation 3 Titel Haze wollen sie nun erneut die Ego Shooter Herzen gewinnen. Wir waren jedenfalls gespannt, ob das Spiel an den TimeSplitter Vorgängern anknüpfen kann.
Die Mantel Truppen stossen nach Südamerika vor
Haze erzählt die Geschichte der Mantel Organisation, welche verzweifelt versucht, in Südamerika in die Boa Region vorzustossen. Ziel der vom Staat getragenen Truppe: Die Geurilla Krieger "The Promise Hand" zu vertreiben. Die Kämpfer sind dafür bekannt, dass sie eine Art Droge (der Nektar) nehmen, welche ihre Geschwindigkeit, Sichtweite und Stärke verbessert. Wir übernehmen die Rolle von Sergeant Shane Carpenter von der Mantel Armee, der plötzlich selbst von der Droge nimmt und so langsam aber sicher die Seiten zu wechseln scheint... Die Story wird euch durch fünfzehn Missionen im Kampagnemodus begleiten, in welchen ihr die Geschichte von Carpenter erfahrt. Die Story ist nett erzählt und auch die Dialoge sind ordentlich, auch wenn sie im Grunde genommen kaum Überraschungen zu bieten haben. Die Idee, die Seiten zu wechseln mag zwar cool sein, doch leider sind die Charaktere selbst etwas zu stereotypisch zu sein, während die eine Seite alles umlegen will, was sich nur irgendwie bewegt, ist die andere Seite etwas gar übertrieben moralistisch veranlagt.
Es kann losgehen
Spielerisch präsentiert sich Haze als typischer Ego Shooter. Was dazu kommt ist der bereits erwähnte Nektar. Mit diesem werden Carpenters Sinne geschärft, er sieht sofort jegliche Feinde wie eine Silhouette im grünen Dschungel. Damit könnt ihr auch versteckte Feinde recht leicht erwischen. Mit der Droge könnt ihr auch euren eigenen Schaden verringern und euren vergrössern. Solltet ihr fleissig Gegner treffen und ins Jenseits befördern, so werdet ihr über längere Zeit über den Nektar-Modus verfügen. Es lohnt sich also, immer schön zu ballern. Doch aufgepasst, wer sich eine zu hohe Dosis verpasst, der wird schnell unkontrolliert auch auf Freunde schiessen. Darum sollte man immer schön kontrolliert mit der Droge umgehen und es nicht übertreiben.
Die Droge hat aber leider auch ihre Nachteile. Erst einmal vereinfacht sie einige schwierige Passagen doch erheblich. Ausweglose Situationen gibt es kaum, zudem kann man nur auf der einen Seite das Nektar verwenden, bei den Guerilla Kriegern gibt es diesen nicht mehr. Hier kann man sich zwar tot stellen oder Waffen klauen, aber sobald man sich einmal an den Nektar gewöhnt hat, ist er leider auch schon wieder weg.
Die künstliche Intelligenz könnte zudem auch etwas ausgewogener sein, besonders die eigenen Truppen laufen einem ständig vor das Fadenkreuz. Bei grossen Feuergefechten wird man so immer wieder eigene Leute treffen. Dies lässt isch kaum vermeiden. Zudem schiessen die Gegner auch nicht gerade allzu gut - öfters kann man inmitten des Dschungels stehen und seelenruhig zielen, um den Gegner auszuschalten. Im Solomodus ist Haze ein ordentlicher Titel, der jedoch kaum revolutionäre Aspekte zu bieten hat.
Mehrspielervarianten
Immerhin gibt es neben dem Solomodus auch noch eine Mehrspielervariante. Hier darf man wahlweise zwischen Coop und Versus Varianten sich entscheiden. Im Coop Modus können bis zu vier Spieler gleichzeitig teilnehmen. Dies macht eindeutig mehr Spass, da man Vorgehensweisen koordinieren und mit seinen Kameraden sich absprechen kann. Alternativ können sich bis zu 16 Spieler in Deathmatch und Deathmatch Varianten duellieren. Ganz nett ist die Team Assault Variante, in denen die beiden Teams unterschiedliche Ziele erreichen müssen.
Mässige Umsetzung
Optisch ist Haze leider recht bescheiden ausgefallen. Jedenfalls wirken die Grafiken niicht PS3 würdig. Die Texturen sind schwach, verschwommen und Pop-Ups sind euer ständiger Begleiter. Die Effekte sind ebenfalls mässiger Natur und die einzelnen Charaktere wirken recht eckig und kantig. Auch in akustischer Hinsicht wird es leider kaum besser. Die Dialoge sind zwar nett, dennoch aber sind die musikalischen Einlagen recht lahm, immerhin können die Soundeffekte einigermassen gefallen.
FazitHaze hätte eigentlich ein Grund werden sollen, sich eine PS3 zuzulegen, denn als exklusiver Titel hatte man grosse Hoffnungen in das Game gesteckt. Leider wurden sie bei weitem nicht erfüllt. Spielerisch bietet das Game zu wenig Abwechslung, die Droge mag zwar nett sein, doch hat man sich einmal daran gewöhnt, so ist der Einsatz leider auch schon wieder vorbei (wenn man nämlich die Seiten wechselt). Das Spiel bietet insgesamt nette Ego Shooter Action, das war's dann leider auch schon - nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger. In technischer Hinsicht ist das Spiel leider recht enttäuschend ausgefallen - jedenfalls ist Haze sicherlich kein Grund, sich extra eine PS3 zuzulegen...Lesermeinungen