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Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs

In Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs errichtet ihr lebendige Städte in einer fantastischen mittelalterlichen Welt. Ihr seid verantwortlich für das Wohl eurer Siedler, baut (hoffentlich) funktionierende Wirtschaftskreisläufe und schützt euer Königreich vor Gefahren. Es wird sich herausstellen, ob ihr ein legendärer König (oder eine legendäre Königin) werden oder aber vor den Gefahren und Gegnern kapitulieren müsst...

Die Siedler sind mittlerweile kaum mehr von der Spielewelt wegzudenken. Als 1993 BlueByte die erste Version noch für den Amiga, ein Jahr darauf die PC Version für MS DOS entwickelte, wurde das Spiel von der Presse und Fans gleichermassen gefeiert. Mittlerweile sind vierzehn lange Jahre vergangen, aber all die Jahre ist uns BlueByte treu geblieben und hat mit zahlreichen Sequels gesorgt, dass die Siedler nicht in Vergessenheit geraten würden, mittlerweile sind wir beim sechsten Teil angelangt und wir waren einmal mehr voller Hoffnungen, dass BlueByte auch diesmal wieder ein unvergessliches Spiel auf den Markt bringen würde.

Es war einmal...

Natürlich hat auch der neueste Siedler Teil wiederum eine Hintergrundgeschichte. Diesmal werden wir ins darionische Reich geführt. Einst war das darionische Reich gross und mächtig und die Völker lebten dort in Frieden unter ihrem König. Doch diese Tage sind längst Vergangenheit, denn Aufstände, Intrigen und Invasionen fremder Völker zerstörten das Königreich und zurück bleib eine Vielzahl zerstrittener Provinzen, die darum ringen, in einer friedlich gewordenen Welt zu überleben. Insbesondere gegen die bösen Wikinger aus dem Rauehn Norden und die fiesen Stämme von Janub aus dem Süden müssen sich die Könige immer wieder zu wehren versuchen. Und genau so ein König werden wir im Spiel sein und versuchen, neue Bündnisse zu schmieden, das zerborchene Reich wieder zu einen und den so lange entbehrten Frieden wieder herzustellen... Die Story ist leider etwas einfallslos ausgefallen, nichts, was wir nicht schon gesehen oder gehört hätten. Da gibt es leider keine allzu grossen Überraschungen.

Eines nach dem anderen

Spielerisch bringt der neueste Siedler Teil wieder die bekannte Aufbau- und Wirtschaftssimulation zurück. Anfangs befinden wir uns noch auf einer fast leeren, kargen Landschaft, die nur darauf wartet, von uns besiedelt zu werden. Die Kirche, der Dorfplatz und eine kleine Burg sowie das Lagerhaus sind jeweils vorgegeben, und nun liegt es an uns, die Bevölkerung wachsen zu lassen und zu expandieren.

Immer noch das wichtigste sind natürlich die Rohstoffe, denn ohne diese kann man gleich einpacken. Es gibt zahlreiche Rohstoffe, welche man diesmal einsammeln kann und die zu verschiedenen Güter verarbeitet werden können. So gibt es Holz (Bau und Ausbau von Gebäuden, Herstellen von Besen und Bänken), Stein (Gebäudebau, Strassen und Mauern), Eisen (Bögen, und Waffen), Tierkörper (Wurst, Seife und Lederkleidung), roher Fisch (geräuchter Fisch), Getreide (Brot), Milch (Käse), Kräuter (Medizin), Honigwaben (Kerzen und Met), Wasser (Viehtränke, Bäder und Feuerbekämpfung) und Wolle (Bekleidung, Banner, Theaterrequisiten). Wie man unschwer erkennen kann, ist die Rohstoffauswahl sehr vielseitig geworden, so dass das Spiel an Komplexität gewonnen hat. Natürlich muss man die entsprechenden Gebäude haben, um die Rohstoffe zu sammeln, also baut man schleunigst Fischerei-, Jagdhütten und Schafzuchten, um die Grundnahrung zu sammeln. Die Weiterverarbeitung wurde insofern vereinfacht, als dass die gesammelten Rohstoffe in einer zweiten Stufe direkt verarbeitet und zu Güter hergestellt werden, was es wiederum etwas einfacher und übersichtlicher macht. Die Rohstoffe werden jeweils ins Zentrallager gebracht und von dort aus weiterverteilt, was dazu führt, dass sich alles auf eure Stadtmitte jeweils konzentriert (es müssen bzw. können keine weiteren Lager erstellt werden).

Während dieser Teil vereinfacht wurde, wurde der Stufenausbau der Siedlung komplexer gestaltet. Neu verfügen eure Siedler über ganz individuelle Bedürfnisse und Wünsche (Anno lässt grüssen). Es gibt vier Bedürfnisse, Nahrung, Kleidung, Sauberkeit und Unterhaltung sowie zwei Wünsche, Wohlstand und Dekoration, die ihr ihnen nach und nach erfüllen sollt. Schafft ihr dies, so könnt ihr euch weiterentwickeln und euch auf neue Gebäude freuen (die Gebäude lassen sich drei Mal upgraden).

Das Klima...

Die Siedler werden nun insgesamt vier Klimazonen besiedeln, die auch auf unser tägliches Leben auswirken. So gibt es den rauhen Norden, die mittleren Breitengraden, der gemässigte Süden und schliesslich die unbarmherzigen Steppen- und Wüstenlandschaften. Logischerweise muss man sich auf jede Gegend einstellen, je nach Witterung, Schnee, extreme Hitze, kann man keine Ackerbauten oder Viezucht betreiben, andererseits kann man bei zugefrorenen Seen schlecht angeln gehen. Scheint die Sonne heiss vom Himmel, mag dies schön sein, doch kann dies recht schnell zu Bränden und Wassermangel führen. Die Klimazonen sind wirklich gut gelungen und sorgen nun für zusätzliche Gefahren.

Die Ritter

Im Verlaufe der Kampagne werden sich neue Ritter unserer Tafelrunde anschliessen, wenn wir erfolgreich sind. Vor jeder neuen Mission wählen wir dann den Riter aus, der uns am besten erscheint, die vorgegebene Herausforderung zu meistern. Insgesamt gibt es sechs Ritter mit speziellen und individuellen Fähigkeiten. Diese senden wir im Spiel dann aus um neue Territorien zu beanspruchen, Aufträge zu erfüllen, Gegner zu bekämpfen und Handel zu treiben. Wird er verwundet, so zieht er sich ins Schloss zurück und wird erst wieder ins Feld marschieren, wenn er gesund ist. So ist Alandra beispielsweise in der Kunst der Medizin sehr gut bewandt und auch die Kollekte nach der Messe fällt dank ihrer Anwesenheit grosszügiger aus, Marcus hingegen als starke Persönlichkeit kann nicht nur seinen Soldaten Fackeln verteilen (wenn ihre Munition verbrauch tist), sondern auch noch Soldaten kostengünstiger rekrutieren. Elias hingegen kann hungrige Siedler mit Nahrung versorgen und zudem besonders geschickt handeln, so dass er einen höheren Erlös einholt. Jeder Held hat somit eine ganz besondere Fähigkeit, die es vor jeder Mission einzuschätzen und abzuwägen gilt.

Trotz kriegerischer Auseinandersetzungen spielen die Schlachten und Kämpfe diesmal eine untergeordnete Rolle. Die Truppentypen wurden vereinfacht, es gibt genau deren drei, Schwertkämpfer, Bogenschützen und Belagerungswaffen. Die Kämpfe sind zudem recht simpel gestaltet worden, so dass man meist dann gewinnt, wenn man mehr Soldaten hat, so einfach ist es. Der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar beim Siedeln und Aufbauen. Wer die Kampagne dann durchgespielt hat, der darf auch noch Online gegen drei weitere Siedler um die Wette siedeln. Je nach Spielziel muss man Gegner ausschalten oder eine bestimmte Bedürfnisstufe erreichen. Es macht zwar Spass, doch dauern die Partien recht lange.

Hübsche Umsetzung

Es herrscht einmal mehr ein unglaublicher Wuselfaktor vor. Die Grafik ist unglaublich schön und detailliert ausgefallen, überall bewegt sich irgendwas und es herrscht ständige Unruhe. Die Häuser sind wunderbar und es macht Spass, den einzelnen Siedler bei ihren täglichen Aufgaben zuzusehen. Die Wetter- und Witterungsänderungen machen sich auch optisch bemerkbar und wirken absolut authentisch. Mit Ausnahme der sehr hohen Systemanforderungen gibt es in optischer Hinsicht absolut nichts auszusetzen.

Selbiges gilt auch für die Akustik. Nicht nur die professionelle Sprachausgabe hat es in sich, auch die vielen Soundeffekte, angefangen von Vögel bis hin zu Geplapper auf den Märkten sorgt für Abwechslung. Hinzu kommt eine schöne Musik, die nie zu aufdringlich oder nervig wird, so dass man sie auch noch nach Stunden des Spielens problemlos ertragen wird.

Fazit
Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs ist eine gelungene Fortsetzung der Siedler Reihe. Allerdings seien eingefleischte Fans gewarnt, denn in Punkto Komplexität hat das Spiel im Vergleich zum Vorgänger abgebaut, alles ist eine Spur einfacher geworden. Natürlich sind die Missionen nach wie vor herausfordernd, aber dennoch hat sich vieles, gerade beim Bau und dem Ressourcensammeln, so vereinfacht, dass es fast automatisch läuft. Profis werden das Spiel daher recht schnell durchgespielt haben. Nichtsdestotrotz macht das Spiel Spass und besonders die abwechslungsreichen Klimazonen sorgen doch hin und wieder für Überraschungen. Das Spiel ist somit ideal für Gelegenheitsspieler oder Siedler Neulinge, eingefleischte Fans dürften trotz wunderschöner Umsetzung etwas enttäuscht sein.

Wahre Fans sollten übrigens die Limited Edition zulegen, diese ist nicht nur numeriert, sondern beinhaltet auch eine Bonus DVD mit einem Kaing Of, einen Soundtrack und weitere Fangoodies.


Lesermeinungen
Info:
Titel: Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs
Hersteller: BlueByte
Vertrieb: Ubisoft
System: PC Windows
Genre: Simulation
Anzahl Spieler: 1-4
Datenträger: DVD
Version: Deutsch
Hardware: Pentium 4 2.0 GHz, Athlon XP 2000+ Prozessor; Betriebssystem: Windows XP SP2, Windows XP (64-bit), Windows Vista, Windows Vista (64-bit); DirectX 9.0c (Juni 2007); 512 MB RAM; 128 MB DirectX 9.0c-konforme Grafikkarte mit Vertex Shader 1.1 und Pixel Shader 1.3; DirectX 9.0c-konforme Soundkarte; DVD ROM Laufwerk; 2 GB freier Festplattenspeicher
Testversion von: Ubigames
Spielspass [7/10]


Pro
 Wunderbare Fortsetzung<br />
Wunderbare Fortsetzung
 In vielerlei Hinsicht vereinfacht<br />
In vielerlei Hinsicht vereinfacht
 Sehr gutes Interface<br />
Sehr gutes Interface
 Hoher Wuselfaktor<br />
Hoher Wuselfaktor
 Ideal für Neulinge und Gelegenheitsspieler Ideal für Neulinge und Gelegenheitsspieler


Contra
 Mässige Story<br />
Mässige Story
 Für Profis etwas zu leicht<br />
Für Profis etwas zu leicht
 Hardwareanforderungen Hardwareanforderungen


Hot Shots:
  


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