
Dragon Quest: The Journey of the Cursed King war 2006 eines der beliebtesten RPGs. In Japan waren bereits vor Ablauf der ersten Verkaufswoche mehr als drei Millionen Exemplare über die Ladentische gegangen - die Rekorde fielen wie Dominosteine. Nun bringt das Dragon Quest-Team, Level-5, ein völlig neues RPG heraus. Rogue Galaxy ist die Geschichte von Jaster Rogue, der von Abenteuern und der Erforschung der endlosen Weiten des Weltalls träumt. Wir waren gespannt, ob das Spiel den hohen Erwartungen gerecht werden würde - mehr erfahrt ihr in unserem Test.Die SPieleschmiede von Level 5 hat sich bereits mit spannenden Rollenspielen wie Dark Cloud oder Dragn Quest VIII für die PlayStation 2 einen Namen machen können. Und auch ihr neuestes Werk präsentieren sie für die PlayStation 2. Das japanische Entwicklerteam unter der Führung von Akihiro Hino widmet sich wiederum ganz dem Rollenspielgenre und präsentiert uns das vielversprechende Rogue Galaxy, welches in Japan bereits seit längerer Zeit erhältlich ist und dort Topwertungen erhalten hat und in nur drei Monaten ging das Spiel über 350'000 Mal über den Ladentisch.
Jaster, Jaster Rogue
Natürlich gehört zu jedem Rollenspiel eine Story, welche auch hier nicht fehlen darf. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Jaster Rogue. Dieser wohnt auf dem Planeten Rosa und hat einen grossen Traum, er möchte die Galaxie erforschen. Anfangs scheinen seine Reisepläne noch unmöglich, doch schon bald wird er mit seinen Freunden auf eine spektakuläre Reise durch viele aufregende, in der Galaxie verstreute Welten begeben. Durch einen (un)glücklichen Zufall gelangt er nämlich an Bord von Weltraumpiraten. Dort macht er auch sogleich Bekanntschaft mit der hübschen Kisala, der Tochter des Piraten, dem Roboter Steve und dem schrägen Alien Simon, welche ihm zur Seite stehen. Das Ziel des epischen Abenteuers ist es, einen verschwundenen Planeten zu finden. Es gibt eine Vielzahl von freundlich gesinnten Charakteren, mit denen der Spieler interagieren kann. Sie helfen ihm bei seinen Aufgaben. Allerdings gibt es mindestens ebenso viele Feinde und die Bösewichte von Dytron Enterprises, welche das ein oder andere Hindernis bereiten werden. Zugegeben, die Handlung und Story beginnen etwas gemächlich, kommt dann aber doch recht flott in Fahrt. Auch wenn man vieles schon erahnen kann, so sorgen die liebevoll gestalteten Charaktere mit schrägem Humor für lustige Momente.
Ab in die Dungeons
Wie praktisch jedes Rollenspiel werdet ihr auch hier die meiste Zeit in Dungeons und ähnlichem verbringen. Meist ist unsere Party mit drei Leuten (insgesamt gibt es acht spielbare Charaktere) unterwegs und rennt aus der Drittperspektive durch die Gegenden. Immer wieder werden wir sodann von Gegnern angegriffen.
Das Kampfsystem erinnert in gewisser Weise an Kingdom Hearts II oder Final Fantasy XII, und so kämpft man hier auch in begrenzten Arenen gegen fiese Gegner, wobei es in Echtzeit abläuft. Jeder Charakter hat jeweils eine Nahkampf- und Fernkampfwaffe, die er einsetzen kann. Mit unseren Aktionspunkten können wir dann entsprechende Aktionen ausführen, und einmal verbraucht, müssen wir warten, bis sie wieder aufgeladen sind. Logischerweise sind manche Gegner schwächer im Nah- oder Fernkampf und haben auch sonstige Schwachstellen, und genau diese gilt es herausfzufinden.
Die Kampfabschnitte in Rogue Galaxy lassen die Spieler ihre Feinde in Gruppen aus drei Charakteren angreifen, wobei einer davon vom Spieler gesteuert wird und die anderen beiden vom Computer. Die Reaktionen letzterer hängen immer davon ab, wie sich der Kampf entwickelt, wobei sie leider meist recht schnell am Ende sind. Die Kämpfe sind anfangs noch recht simpel, doch schon bald werden sie ziemlich fordernd und schwer. Nur wer ganz genaues Timing für die Abwehr im Blut hat, kann später bestehen. Leider lassen sich eure beiden Kameraden recht oft ziemlich eins auf die Nase geben, so dass man sich ständig um sie kümmern muss - dabei will man ja eigentlich den Gegner fertigmachen. Dies kann zuweilen recht mühsam werden und dazu führen, dass man bzw. die eigene Truppe recht oft das Zeitliche segnet. Immerhin gibt es coole Spezialattacken, die man im Verlaufe des Spieles erlernen kann und die einem gehörig weiterhelfen. Hier kommt das Final Fantasy System zum Einsatz, wo man nach und nach auf einem Brett weitere Attacken freischaltet. In ausweglosen Fällen hilft dann aber nur das Aufpowern der Truppe in nahegelegenen Gebieten und ständiges Speichern. Man kann zwar nur bei speziellen Speicherpunkten das Spiel speichern, doch sind diese sehr gut verteilt, so dass diese keine Probleme bereiten sollten.
Doch hat das Spiel noch weitaus mehr zu bieten als "nur" Kämpfe und Dungeons. Man wird immer wieder Nebenquests bestreiten können, neue Items und Waffen sammeln, die sogar miteinander kompatibel sein können und so zu unglaublich starken Instrumenten umgewandelt werden können. Dies geht ganz einfach mit dem Revelation Flow System, mit dem ihr schnell einmal mit einer Flasche Piratengrog und einer Höllentopfflamme ein Piratenangriff mit Grog Turbokraft für den ganzen Trupp erzeugen könnt. Zudem gibt es so viele kleine Details, die dieses Spiel ausmachen, und so gibt es beispielsweise einen Insektenkäfig, mit dem man verschiedene kleine Insekten fangen kann - und diese dann in fiese Kampfmonster umwandelt und diese dann in einem MiniGame gegeneinander antreten lässt. Und wer weiss, vielleicht werdet ihr später sogar eigener Fabrikbesitzer. Wer fleissig Pläne sammelt, der kann die Fabrik entsprechend aufpowern bzw. neues Material kreieren, welches man dann kaufen kann. Wirklich cool gemacht! Und so wird man gut und gerne etwa 50 Stunden an diesem Titel verbringen, bis man ihn durchgespielt hat - wobei 50 Stunden nie ausreichen, das gesamte Spiel mit allen Facetten gesehen zu haben, dafür wird man dann doch etwas länger brauchen. Gemäss Entwickler benötigt man dazu über 250 Stunden Spielzeit.
Cel Shading Optik vom Feinsten
Bereits nach dem ersten Blick auf die Screenshots fällt der eigenwillige Grafikstil von Rogue Galaxy ins Auge. Die Cel-Shading Grafiken, die man hier zu Gesicht bekommt, sind wirklich beeindruckend. Die Charaktere wirken durch ihre Gesichstzüge, ihr elegantes Aussehen und flüssigen Bewegungen ungemein lebendig. Die Zwischensequenzen, ebenfalls in denselben Grafiken gehalten, fügen sich nahtlos ins Spiel ein. Die Welten sind sehr weitläufig, bieten diverse Themen und sorgen so für Abwechslung. Genauso viel Abwechslung bieten die fiesen Gegner, die zuweilen sehr gross und bedrohlich wirken (und es meist dann auch sind). Jedenfalls sind die Grafiken hier alles andere wie eintönig.
Doch nicht nur die Optik, auch die Akustik vermag zu überzeugen. Die Musik wurde komplett von Level 5 Musikspezialist Tomohito Nishiura komponiert, der bereits sich mit seinen tollen Melodien aus Dark Cloud oder Skies of Arcadia bereits einen Namen gemacht hat. Jednefalls hat die Soundkulisse wirklich viel zu bieten und auch die Soundeffekte klingen wunderbar. Hinzu kommt die tolle Synchronfassung (englisch), die einmal mehr zeigt, wieviel Liebe zum Detail in diesem Spiel steckt. Bissige Dialoge gibt es genauso wie romantische Szenen - alles ist also mit dabei und sorgt garantiert für ein abwechslungsreiches Abenteuer.
FazitLevel 5 präsentiert uns mit Rogue Galaxy wahlrich ein episches Rollenspiel Abenteuer, das sich Fans des Genres auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten. Es gibt derart viel zu tun und entdecken in diesem Spiel, dass man den obigen Testbericht als nur einen Ausschnitt dessen, was einem hier erwartet, betrachten kann. Die Kämpfe sind cool, die Gegner vielfältig und auch in Punkto MiniGames und Sidequests gibt es doch so einiges abseits der eigentlichen Story zu entdecken. Grösster Wehrmutstropfen sind die eigenen Kollegen, die nicht immer glücklich während den Kämpfen agieren und einem schon einmal in den virtuellen Tod treiben können. Die positiven Aspekte überwiegen jedoch bei weitem und auch dank einzigartigem Grafikstil definitiv mehr als nur ein Hingucker. Abgesehen davon jedoch ein absolut cooles Spiel, das man sich unbedingt näher anschauen sollte.Lesermeinungen